3. Tag
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| 3. Bautag 29.11.07 |
So langsam aber sicher geht es richtig los. Alle Verträge sind unterschrieben, die ersten Sponsoren und Partner haben sich entschieden, Interessenten für die Mitarbeit melden sich, die Internetseite entsteht, die PR Arbeit läuft an……., die Bauarbeiten haben begonnen….
Eine Grenzerfahrung oberster Güte! Ich merke auch, dass das Blogschreiben nicht mehr wirklich Spaß macht sondern die letzten freien Minuten des Tages noch in Anspruch nimmt. Aber das ziehen wir jetzt durch! Es gibt enorm viel zu berichten. Leider kann ich über viele Dinge nicht im Blog schreiben. Es sind unglaubliche Dinge die hier geschehen. Ich würde ja gerne berichten, könnte mir aber vorstellen dass es strategisch nicht sinnvoll ist. Wenn alles steht und der Laden brummt, dann schreibe ich einen ausführlichen Bericht mit allen Pannen!
Momentan überwiegen allerdings die positiven Ereignisse und das Puzzle fügt sich zusammen.
Morgen steht ein Treffen der zukünftigen Trainer an, Elan kommt nach Potsdam und am Abend ist unser wöchentliches Leitungstreffen.
Ich bin sehr positiv überrascht, wie gut unser Vorhaben ankommt und hoffe, dass dies so bleibt und noch besser wird. Es haben sich sehr interessante und gut qualifizierte Interessenten bei uns gemeldet und ich bin guter Dinge, dass wir “den Laden” zum laufen bringen werden.
Inzwischen bekomme ich schon täglich Anrufe oder E-Mails mit Fragen zum Expoglider System oder bezüglich des Genehmigungsverfahrens. Ich merke die hohe Akzeptanz unseres enorm hohen Anspruchs an Sicherheit. Mit offenen Ohren höre ich, dass viele Menschen inzwischen etwas mit AbenteuerParks oder Kletterwäldern anfangen können und teilweise schockiert, über die Sicherheit in diesen sind.
Wir haben definitiv auf das richtige Pferd gesetzt!! Das freut mich!

Dezember 2nd, 2007 at 16:07
Hallo Mauro,
ob Du auf das richtige Pferd gesetzt hat, zeigt sich immer erst nach dem Rennen … !!!
Ansonsten finde ich Dein Engagement im Webblog recht positiv, wenn auch Dir in vielen Bereichen die praktischen Erfahrungen offensichtlich fehlen.
Gruß
Martin
Dezember 4th, 2007 at 18:42
Hallo Martin,
die praktischen Erfahrungen werden noch kommen. Wir werden das Blog ja auch nach der Eröffnung weiter betreiben. Eine Frage an dich. Macht ihr eure Webseite selbst?
Grüße Christian Wolf
Dezember 4th, 2007 at 20:07
Hallo Martin
wo meinst du denn, dass mir die praktischen Erfahrungen fehlen?
Mauro
Dezember 9th, 2007 at 13:52
Hallo Christian und Mauro,
danke für Eure Reaktionen.
Aus Kostengründen und zur Erhaltung einer uneingeschränkten Aktualität machen wir unsere Website selbst. Das sieht man auch, aber damit habe ich kein Problem ; für mich zählt primär der Inhalt und nicht die perfekte, formschöne Verpackung.
Primär fehlen die praktischen Erfahrungen des Exponent Systems in einer derart grossen Anlage wie Du sie realisierst.
Äusserst positiv zu bewerten ist Dein Sicherheitsdenken, aber ein Aspekt kommt bei diesem System zu kurz : Du beraubst Deine Gäste Ihrer Eigenverantwortung und somit auch den Erfolgserlebnissen, die beim selbstverantwortlichen Begehen der Anlage erwachsen. Auch der Thrill kommt meines Erachtens beim Exponent Sicherheitssystem zu kurz.
Hinzu kommt, dass einem Existenzgründer ohne irgendwelche Fördermittel oder Finanzspritzen i.d.R. das nötige Kleingeld fehlt zur Finanzierung dieses aufwendigen System. Hier würde mich mal interessieren, was das System pro Baum/Übung kostet.
In der Praxis halte ich das Exponent System für sehr personalintensiv ( z.B. aufgrund massiv auftretender “Spurwechsel” ), viel zu unflexibel was das Anlagenlayout und den praktischen Betrieb angeht, äusserst sensibel reagierend auf “langsame” Teilnehmer ( Staubildung ) …
Schaun wir mal, wie sich das Ganze entwickelt …
Gruß nach Potsdam
Martin
Dezember 10th, 2007 at 10:46
Hallo Martin
ja das stimmt, Erfahrungen gibt es mit solch einer großen Anlage nicht. Was allerdings nicht stimmt, ist die Tatsache dass das System sehr personalintensiv ist. Um die EN Anforderungen zu erfüllen benötigt man in einer herkömmlichen, weitläufigen Anlage so viel Personal dass es sich meiner Meinung gar nicht mehr so richtig lohnt! Es gibt Erfahrungen aus England, wo Anlagen die ursprünglich mit dem Umhängesystem betrieben wurden, nachdem sie das Expoglidersystem verwenden, die Gästezahlen verdoppelt haben!! Das liegt einmal daran, dass der Umhängevorgang wegfällt und die Gäste schneller durch die Anlage kommen, dazu kommt die Erkenntnis, dass sich anscheinend viel mehr Menschen in eine Anlage, in der man sich nicht selber umhängen muss, rein trauen. Außerdem kann man ein viel größeres Publikum ansprechen. Von ganz klein bis ganz groß, von jung bis alt……
Was die Eigenverantwortung und den Thrill betrifft habe ich ja schon mal ausführlich geschrieben und ich warte noch auf die Ergebnisse einer kleinen wissenschaftlichen Studie zu genau diesem Thama, die gerade für uns geschrieben wird. Nochmals ganz kurz: Der Thrill kommt nicht durch das Umhängen sondern beim Begehen der Anlage. Der Unhängevorgang wird von den meisten Gästen als lästig und störend empfunden. Daher fällt es mir nicht schwer, diesen zu verbannen. Der Umhängevorgang ist die Sicherheitslücke Nr. 1 bei der ein Absturz möglich ist!! Das bedeutet für mich, dass er beseitigt werden muss!!!!
Was die Eigenverantwortung betrifft kann ich nur sagen, dass ich es nicht verantworten möchte und kann, Kinder und Erwachsene ohne jegliche Erfahrungen mit Höhe, die eventuell nicht die sportlichsten sind und vielleicht gar nicht wissen, dass sie mit Höhe nicht umgehen können, nach einer kurzen Einweisung die bei manchen Anlagen gerade mal 5 Minuten dauert, eigenverantwortlich in einen Klettersteig zu schicken! In der Regel sammeln Mitglieder beim Alpenverein erst einmal Erfahrungen in der Höhe beim Wandern, danach kommt die notwendige Klettererfahrung dazu und dann geht man das erste Mal in einen Klettersteig, angeleitet von Bergführern und Übungsleitern. Daher ein ganz klares Nein zur Klettersteigvariante.
Der Expoglider ist nicht unflexibel. Wir sind in der Lage, alle Elemente die wir bist jetzt irgendwo gesehen haben, zu bauen. Der Haken ist, dass der Aufwand beim Bau sehr viel größer ist und man sehr genau planen muss. Kann schon sein dass man an der ein oder anderen Stelle nicht bauen kann, wo man mit der Wickelmethode noch ein Element bauen hätte können. Wir brauchen etwas mehr Platz da das Sicherungsseil über dem Kopf läuft und bei Seilrutschen unerreichbar für den Kunden ist. Das ist eine EN Vorschrift für Hochseilgärten und Kletterwälder.
Der Expoglider ist im Vergleich ca. 30% teurer als die Wickelmethode. Der momentane Boom wird nicht lange anhalten wenn die Anlagen sicherer werden. Laut Berichten der ERCA ist vor 2 Wochen schon wieder ein Kind gestorben da es aus einer Kletterwald-Anlage gefallen ist. Wollen wir hoffen dass immer mehr Betreiber zuerst an die Sicherheit und dann ans Geld verdienen denken.
Mauro
Dezember 10th, 2007 at 16:03
Hallo Mauro,
deine Antwort zu den Kosten eines Expoglider Equipment ist mir zu ungenau. Die einen bauen eine Übung für 1000,– €, die anderen für 2500,– €, also so einfach 30% mehr als die “Baumwickelmethode” sagen nichts aus, mich interessieren die absoluten Zahlen. Nur Mut, mich kann so schnell nichts schocken
)
Deinem Wunsch, dass immer mehr Betreiber zuerst an die Sicherheit und dann ans Geld verdienen denken, kann ich mich nur anschliessen.
Gruß
Martin
Dezember 11th, 2007 at 12:21
Hallo Martin,
Du kannst gerne zu mir Kontakt aufnehmen, damit ich Dir ein Angebot für eine von uns gebaute Anlage mit Expoglider machen kann. Wir können auch Deine bestehende Anlage nachrüsten, dafür benötige ich aber einige Informationen.
Einige Anmerkungen zu Deinem Komentar:
Der Expoglider läuft sehr wohl in großen Anlagen sehr erfolgreich, eine z.B. hat über das Sommerhalbjahr bei zwei Parcours und 36 Elementen 50.000 Gäste.
Zum Stau / Spurwechsel: Meine Erfahrung ist, dass auch wenn überholt werden kann, dies nicht gemacht wird. Glücklicher weise sind die Leute nicht auf der Flucht sondern geben den etwas langsameren auch die Möglichkeit des ungestörten Erlebnisses. Ich habe beobachtet, dass die Leute sich sogar hinter bereits vorhandenen Menschenschlangen anstellen, selbst wenn andere Parcours frei sind! Sie würden dies nicht machen, wenn es nur darum ginge, möglichst rasch durch einen Parcours zu kommen.
Zu Personalintensiv: Der Expoglider ist logischer weise genau das Gegenteil: Er spart Personal ein, da zu Beginn des Parcours der Shuttle auf das Seil geführt wird und das war es! Die Guides haben vor allem einen ruhigen Job, da sie nicht jeden Umhängevorgang kontrollieren müssen, den gibt es ja nicht.
Viele Grüße,
Markus Koch